{"id":3077,"date":"2014-12-12T09:34:42","date_gmt":"2014-12-12T09:34:42","guid":{"rendered":"http:\/\/clubblog.robinson.com\/?p=3077"},"modified":"2020-03-12T12:50:51","modified_gmt":"2020-03-12T10:50:51","slug":"das-prinzip-horst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.robinson.com\/blog\/das-prinzip-horst\/","title":{"rendered":"Das Prinzip Horst"},"content":{"rendered":"<p>ROBIN statt Rentner. Unser \u00e4ltester Mitarbeiter und der wohl \u00e4lteste deutsche Club-Entertainer \u00fcberhaupt, Horst, ist ein Unikat. Die Zeitung &#8222;Die Zeit&#8220; hat einen wundervollen Artikel \u00fcber ihn und seine Reise bei ROBINSON geschrieben, der genau das best\u00e4tigt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/48\/index\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DIE ZEIT<\/a> N\u00ba 48\/2014<\/p>\n<h2><strong>Der beliebteste Animateur der Robinson-Clubs ist 74 Jahre alt. Was macht er besser als die Jungen?<\/strong><\/h2>\n<h3>von Andreas Wenderoth<\/h3>\n<p>An der \u00f6stlichen Grenze \u00c4gyptens, dort, wo die W\u00fcste ans Rote Meer st\u00f6\u00dft, liegt nicht weit von Hurghada der<a href=\"http:\/\/www.robinson.com\/cluburlaub\/aegypten\/soma-bay\/winter\/detailseite\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Robinson-Club Soma Bay<\/a>. Der Bucht mit dem t\u00fcrkisfarbenen Wasser vorgelagert, gibt es einen k\u00fcnstlichen Teich, die &#8222;Oase&#8220;. Hier ruhen einige G\u00e4ste unter Strohschirmen auf Sonnenliegen mit sandfarbenen Kissen. And\u00e4chtig schauen sie auf die nahen Bergr\u00fccken und die Abendsonne, die in einer Stunde dahinter versinken wird. &#8222;Dann wollen wir mal den Riemen auf die Orgel schmei\u00dfen&#8220;, sagt ein Mann in wei\u00dfen Shorts und blauem Crew-T-Shirt und setzt die Hi-Fi-Anlage in Gang.<\/p>\n<p>&#8222;Klassik-Oase mit Horst&#8220; hei\u00dft der allabendliche Programmteil des Clubs, der sich als &#8222;Ausatmen&#8220; von einem langen Strandtag mit all seinen Ablenkungen versteht und auch als leiser Kontrapunkt zur Party, die sp\u00e4ter im Nightclub mit etwas h\u00e4rteren Rhythmen gefeiert wird. &#8222;Klassik-Oase mit Horst&#8220; hat zwei Protagonisten: die Musik und Horst, der in erster Linie daf\u00fcr sorgt, dass es auch wirklich um die Musik geht. Der gnadenlos, wenn auch freundlich einschreitet, falls Gespr\u00e4che aufkommen sollten. Die Musik hat ungeteilte Aufmerksamkeit verdient; er hat sie ja eigens daf\u00fcr ausgesucht. Heute ist Beethovens <em>Neunte<\/em> dran.<\/p>\n<p>Horst Wulze aus Hannover, der sitzt, w\u00e4hrend die anderen liegen, ist mit 74 Jahren der wohl \u00e4lteste deutsche Club-Animateur, wobei man bei Robinson lieber von Entertainer spricht. Das Wort Animation l\u00e4sst Urlauber denken, sie w\u00fcrden jeden Moment f\u00fcr peinliche Gruppenspiele von ihrer Liege gezerrt. So etwas wagt heute l\u00e4ngst kein Club mehr; doch die Angst davor hat sich gehalten. Horst also \u2013 hier duzt man sich \u2013 schiebt den Musik-Stick ein. Im Steingarten hinter den G\u00e4sten erhebt sich aus unsichtbaren Lautsprechern das Crescendo des ersten Satzes.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcsste Horst nicht mehr arbeiten; der gelernte Drucker und sp\u00e4tere Abteilungsleiter im Anzeigenressort der <em>Hannoverschen Allgemeinen Zeitung<\/em> bezieht eine anst\u00e4ndige Rente. F\u00fcr sein Verst\u00e4ndnis ist das hier auch \u00fcberhaupt keine Arbeit. &#8222;Ich arbeite nicht, ich tu nur was&#8220;, sagt er, wenn man ihn fragt. Heute hat er schon ziemlich viel getan. Um 7 Uhr morgens, als die Ersten abreisten, stand er nach einer kurzen Nacht bereits am Eingang, um sie zu verabschieden. Das macht er, wann immer es geht. Andi und Katja, zwei Stammg\u00e4ste aus Hamburg, trugen ihre nagelneuen orangefarbenen Hightech-Sneaker, f\u00fcr die sich Horst so begeisterte, dass Andi sagte: &#8222;Probier doch mal an.&#8220; Als ihr Taxi vom Flughafen zur\u00fcckkehrte, hatte der Fahrer die Schuhe f\u00fcr Horst dabei. Er war ger\u00fchrt, obwohl er ja wei\u00df, dass viele G\u00e4ste ein besonderes Verh\u00e4ltnis zu ihm haben. Er hat es ja auch zu ihnen. Seine Kontakte nach Hannover sind \u00fcberwiegend abgebrochen, seit er im S\u00fcden lebt. Manche der Stammkunden sind nun seine Freunde auf Zeit.<\/p>\n<p>Eine Weile waren sie ausgeblieben. Kurz nach der Revolution vor drei Jahren hatte das Ausw\u00e4rtige Amt einen versch\u00e4rften Reisehinweis f\u00fcr die Region ausgesprochen, bald darauf hatten sie im Club nur noch zwanzig G\u00e4ste. Aber mit der Entwarnung kamen sie nach und nach wieder, dieses Jahr ist das erfolgreichste seit der Er\u00f6ffnung vor 16 Jahren: Im Juli und August waren die 348 Zimmer fast ausgebucht \u2013 in jenen Monaten also, die normalerweise schlechter laufen, weil Temperaturen von \u00fcber 40 Grad nicht jedermanns Sache sind. Jetzt, im November, ist Hitze nicht mehr das Problem; und hinter den Kulissen sorgt die Clubleitung daf\u00fcr, dass es auch sonst keines gibt.<\/p>\n<p>Die Morgenkonferenz um 10.15 Uhr im Entertainer-B\u00fcro hatte etwas \u00fcbellaunig begonnen. Der stellvertretende Abteilungschef r\u00fcgte Nachl\u00e4ssigkeiten, vielleicht auch, weil er sp\u00e4ter mit roter Per\u00fccke gut gelaunt zum Beachvolleyball antreten sollte, obwohl ihn die Bandscheibe plagte. Dann fehlte jemand beim K\u00fcchendienst. &#8222;Mach ich\u2019s halt&#8220;, sagte Horst. Ein Satz, der ihn dazu verpflichtete, ab 12 Uhr, nach dem Boccia-Kurs, mit roter Kochm\u00fctze am Salatso\u00dfentisch zu stehen und nach G\u00e4stewunsch die Spezialso\u00dfe anzur\u00fchren, die unter anderem aus Knoblauch und Chilipaste besteht. Am Nachmittag folgten: etwa 37 Kurzgespr\u00e4che mit G\u00e4sten, ein zweiter Boccia-Kurs, sieben Begr\u00fc\u00dfungen von Ank\u00f6mmlingen \u2013 und jetzt eben Beethoven.<\/p>\n<p>Horst reicht ein laminiertes Merkblatt zu Werk und Leben des Komponisten herum, das er aus Wikipedia zusammenkopiert hat: &#8222;Bisschen Beethoven?&#8220; Dann geht er vorsichtig, damit seine Flip-Flops nicht in die Sinfonie klappern, zu jedem Gast und fragt: &#8222;\u2019n Gl\u00e4schen Wein?&#8220; \u00c4gyptischen Ros\u00e9, der h\u00f6chste Einzelposten in der K\u00fcchenrechnung des Clubs; die Alkoholsteuer im Land betr\u00e4gt 200 Prozent. Als der Paukenwirbel im letzten Satz anhebt und starker Wind aufzieht, reicht Horst Decken, die er behutsam, den Abstand wahrend, um die F\u00fc\u00dfe der G\u00e4ste legt: &#8222;Angenehm, nicht?&#8220;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hatte Beethoven nicht die Soma Bay und die Urlaubsformen unseres Jahrhunderts im Sinn, als er die <em>9. Sinfonie<\/em> komponierte. Andererseits: Die Vertonung von Schillers Ode <em>An die Freude<\/em> hat bei genauerem Hinh\u00f6ren deutliche Parallelen zum aktuellen <a href=\"http:\/\/www.robinson.com\/das-robinson-gefuehl\/zeit-fuer-gefuehle\/clubsong\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Robinson-Club-Song<\/a>: Hei\u00dft es bei Schiller noch:<\/p>\n<p>&#8222;Freude trinken alle Wesen<br \/>\nan den Br\u00fcsten der Natur.<br \/>\nAlle Guten, alle B\u00f6sen<br \/>\nfolgen ihrer Rosenspur&#8220;,<\/p>\n<p>formuliert es der Club-Song zeitgem\u00e4\u00df etwas schmissiger:<\/p>\n<p>&#8222;So ein ganz besonderer Tag,<br \/>\ndass ich mich grad selber frag:<br \/>\nWieso kann es nicht einfach so bleiben?<br \/>\nDenn es gab mir wieder viel,<br \/>\ndiese Zeit f\u00fcr das Gef\u00fchl.&#8220;<\/p>\n<p>Dabei begann Horsts Clubeinstieg mit einem denkbar schlechten Gef\u00fchl: Nachdem seine Frau vor acht Jahren ihre Krebskrankheit \u00fcberstanden zu haben schien, fuhren die beiden guter Dinge in den Robinson-Club nach \u00c4gypten. Doch nach der R\u00fcckkehr erkrankte sie erneut und starb. Wenige Monate sp\u00e4ter, im Fr\u00fchjahr 2007, fliegt Horst wieder an die Soma Bay \u2013 um den Tod der Frau zu verarbeiten, mit der er 42 Jahre verheiratet war. Oft sitzt er weinend am Strand. Dann fl\u00fcchtet er sich in die T\u00e4tigkeit. Und fragt bei der Clubleitung, ob er nicht mithelfen kann. Der stellvertretende Clubchef sagt: &#8222;Lass es uns miteinander versuchen!&#8220;<\/p>\n<p>Nach vier Monaten muss er wieder nach Deutschland, sich um seine Schwester k\u00fcmmern. Danach kehrt er zun\u00e4chst nicht an die Soma Bay zur\u00fcck, weil ihn pl\u00f6tzlich Rufe aus anderen Robinson-Clubs erreichen. Was indirekt wiederum mit dem stellvertretenden Clubchef aus Soma Bay zusammenh\u00e4ngt. Der hat inzwischen eine Abhandlung verfasst, die Horst in den h\u00f6chsten T\u00f6nen lobt. Eine &#8222;Lex Horst&#8220; (wie dieser sie bis heute nennt), die schnell auch in der Zentrale in Hannover kursiert. Seitdem kann er seinen Einsatzort w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Bis auf einen einzigen kennt er heute alle <a href=\"https:\/\/www.robinson.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">23 Robinson-Clubs<\/a>, in sieben davon hat er gearbeitet. &#8222;Wo ich bin, das ist mein Club&#8220;, sagt Horst. Er ist diplomatisch genug, nicht zu sagen, welchen er f\u00fcr den besten h\u00e4lt. Dass man ihm in \u00c4gypten bereits zugesichert hat, er k\u00f6nne \u00fcber seinen Jahresvertrag hinaus bleiben, mag vielleicht einen Hinweis geben. Hier hat er jedenfalls die Freiheit, seinen Tag zu planen, wie es ihm gef\u00e4llt. Feste Termine sind nur die Klassik-Oase und die Boccia-Runde am Strand, bei der seine exzellente Wurftechnik auch J\u00fcngere blass aussehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ein kleines bisschen Animation geh\u00f6rt nat\u00fcrlich doch dazu. Heute Nachmittag zum Beispiel. Horst hat sich wie immer die Kugeln aus einem Holzkasten geholt, der unweit der beiden Kamele steht, die hier Charles und Camilla genannt werden und neben den Palmen und einem als Beduinenzelt getarnten Verkaufsstand f\u00fcr ein bisschen Lokalkolorit sorgen. Er hat dann, weil noch keine G\u00e4ste zu sehen waren, auf H\u00f6he der Handtuchausgabe einen eindrucksvollen Jodler angestimmt (&#8222;So unterh\u00e4lt man sich in Hannover&#8220;), und schon sind sie von ihren Liegen aufgestanden und herbeigeeilt: Ines, die pensionierte \u00c4rztin, die bereits zum zwanzigsten Mal hier ist \u2013 wegen der &#8222;famili\u00e4ren Atmosph\u00e4re&#8220;, der Korallenb\u00e4nke und ein bisschen auch wegen Horst. Anke, die trotz starker Zahnschmerzen gute Laune hat, Sven, der ein IT-Beratungsunternehmen f\u00fchrt und die l\u00e4ngsten Haare am Strand hat, und ein Junge aus Hamburg, der seinen unbedingten Siegeswillen hinter einer verspiegelten Sonnenbrille versteckt. Horst hat das &#8222;Schweinchen&#8220; geworfen und die Versuche der anderen mit &#8222;Fast&#8220; oder &#8222;Das k\u00f6nnt ihr besser&#8220; kommentiert \u2013 nur um dann mit einem Kunstwurf in letzter Minute sein Team zum Sieg zu f\u00fchren. Dann haben sich alle die H\u00e4nde gesch\u00fcttelt.<\/p>\n<p>Horst kann hervorragend S\u00e4chsisch, Bayerisch, Hamburgisch und andere Mundarten nachmachen, setzt dieses Talent aber nur sehr dosiert ein. Stets hat er ein freundliches Wort f\u00fcr jeden. Alte Schule \u2013 charmant, aber nie aufgesetzt. Oder so, als m\u00fcsste er einem Konzept entsprechen. Horst entspricht sich vor allem selbst. Und hat im \u00dcberma\u00df, was er bei Menschen am meisten sch\u00e4tzt: Herzensw\u00e4rme. Aber, das ist seine andere Seite, er greift auch ein, wenn Jugendliche ihre F\u00fc\u00dfe auf den Tisch legen: &#8222;Mensch, Jungs, von dem Tisch wird gegessen!&#8220; Und geht dazwischen, als ein Vater sein Kind beschimpft. Es hat die Kamera ins Wasser fallen lassen, mit der es die Eltern fotografieren sollte. &#8222;Das ist ungerecht, du hast ihm doch diese Verantwortung \u00fcbertragen&#8220;, sagt er und stellt sich so lange zu dem Vater, bis der sich beruhigt hat. Gr\u00fc\u00dft jemand nicht zur\u00fcck, gr\u00fc\u00dft er ihn wieder. Beim zweiten Mal verstehen die meisten das Prinzip.<\/p>\n<p>Der Titel &#8222;Entertainer&#8220; wird Horst nicht ganz gerecht. Auch wenn er gerade mal nichts tut, sp\u00fcrt man seine Pr\u00e4senz. Nicht wenige Stammg\u00e4ste sind vor allem seinetwegen da. Sie sagen, er sei die Seele des Clubs. Einige bringen ihm zum Dank Streuseltaler aus Deutschland mit, Landj\u00e4ger und Mettwurst, weil es doch kein Schweinefleisch gibt. &#8222;Jeder Club m\u00fcsste einen Horst haben&#8220;, sagen sie.<\/p>\n<p>Das sieht auch Clubchef Patrick Br\u00e4ndle so. Br\u00e4ndle \u00e4hnelt ein bisschen Brad Pitt. (Wogegen Horst viele G\u00e4ste an den fr\u00fcheren Kapit\u00e4n vom <em>Traumschiff<\/em> erinnert, vor allem wenn er seinen wei\u00dfen Gala-Anzug tr\u00e4gt.) Horst ist doppelt so alt wie Br\u00e4ndle, der sagt, Horst sei wie ein Ziehvater f\u00fcr ihn. Und ein Synonym f\u00fcr etwas, was den meisten Clubs fehlt. Neulich hat er in Hannover angerufen und gesagt, er brauche noch einen &#8222;Sport-Horst&#8220;.<\/p>\n<p>Auf jeder Direktoriumstagung predigt Br\u00e4ndle: &#8222;Horst muss das Modell sein!&#8220; Und er meint dabei gar nicht so sehr Horsts Alter, sondern seine Hingabe. Wenn er von den jungen Mitarbeitern spricht, klingt Br\u00e4ndle selbst ein wenig wie ein alter Herr. Die fragten oft als Erstes nach dem Gehalt und ihren freien Tagen, nicht nach dem Wohl des Gastes. Mit Horst hat er dieses Problem nicht.<\/p>\n<p>Um 21.45 Uhr steht Horst in Abendgarderobe am Eingang zur Halloween-Show, die unter dem Motto &#8222;Pfad des Grauens&#8220; durch die Katakomben der Anlage f\u00fchrt. Je nachdem, wie er die G\u00e4ste einsch\u00e4tzt, gibt er beruhigende Worte (&#8222;Alles nicht so schlimm!&#8220;) oder Spannungssteigerndes (&#8222;Traut ihr euch das zu?&#8220;) mit auf den Weg. Die Frage ist so unberechtigt nicht, denn im Vergleich zur Kinderversion fr\u00fcher am Abend wird nun Handfesteres geboten: &#8222;Komm, Bello&#8220;, sagt einer, an dessen Hundeleine ein St\u00fcck blutiges Fleisch h\u00e4ngt. Hinter der Stahlt\u00fcr, \u00fcber der mit gro\u00dfen Buchstaben <em>&#8222;Point of no return&#8220;<\/em> steht, werden die gruselwilligen G\u00e4ste im Blendlicht durch enge G\u00e4nge entlang der Wasserrohre unter dem Pool geschleust. Sie sehen durchbohrte Leiber, Gepeinigte, die sich ihnen in den Weg stellen, einen Operationsraum, in dem recht l\u00e4ssig mit Innereien umgegangen wird.<\/p>\n<p>Horst muss nicht wie die j\u00fcngeren Kollegen am Abend auf der B\u00fchne stehen, weder singen noch sich sp\u00e4ter auf der Tanzfl\u00e4che zu besonderer Extrovertiertheit zwingen (er tanzt eigentlich lieber klassisch). Sein Ort ist die Hauptbar hinten links. Nach Mitternacht sitzt er dort beim Drink und denkt \u00fcber sein Leben nach. &#8222;Zeig mir einen Menschen, dem es besser geht als mir.&#8220; Der Club war eine Kr\u00fccke nach dem Verlust seiner Frau. Heute kann er sich ein Leben ohne ihn kaum mehr vorstellen. Vielleicht eines Tages, wenn es ihm einmal schwerfallen sollte, morgens aufzustehen. Wenn er die G\u00e4ste nicht mehr als Bereicherung s\u00e4he, sondern als Belastung. Aber dieser Tag scheint noch fern zu sein.<\/p>\n<p>Horst sagt, er w\u00fcrde es sich sehr \u00fcberlegen m\u00fcssen, ob er sein jetziges Leben f\u00fcr eine Frau aufgeben wollte. Nat\u00fcrlich gebe es hin und wieder M\u00f6glichkeiten, aber Urlaubsflirts seien nichts f\u00fcr ihn. Er brauche Zeit und Vertrautheit. Und nat\u00fcrlich einen sehr guten Grund. Einmal ist ihm vor den G\u00e4sten der Satz rausgerutscht: &#8222;Mensch, ihr habt alle was zum Kuscheln.&#8220; Wenig sp\u00e4ter haben sie ihm einen riesigen Teddy vor seine T\u00fcr gestellt.<\/p>\n<p>DIE ZEIT N\u00ba 48\/2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ROBIN statt Rentner. 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